Pflege im Überblick

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Die Altenpflege

Altenpfleger/-in

Altenpflegerinnen und Altenpfleger unterstützen hilfsbedürftige, ältere Menschen bei der Bewältigung des Alltags und beraten und betreuen sie bei sinnvollen Beschäftigungen. Dabei steht im Vordergrund, die Lebensqualität der älteren Menschen zu erhalten, ihnen beim Umgang mit den geistigen, körperlichen und sozialen Veränderungen im zunehmenden Alter zu helfen und ihre Fähigkeiten zur Selbstpflege sowie ihre Ressourcen zu fördern. Da ältere Menschen häufig mehrere Krankheiten gleichzeitig haben (Multimorbidität) und oft viele verschiedene Medikamente nehmen müssen, gehört pflegerisches, medizinisches und pharmakologisches Wissen ebenfalls zum Beruf. Altenpfleger/-innen arbeiten in Altenwohn- und Altenpflegeheimen, ambulanten Pflegediensten, geriatrischen und gerontopsychiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern, Tageseinrichtungen für Senioren, Sozialstationen, Hospizen, Pflege- und Rehabilitationskliniken und Privathaushalten. In der Schweiz wird dieser Beruf übrigens „Betagtenbetreuer/-in“ oder „Fachmann/-frau Betagtenbetreuung“ genannt.

Zur Ausübung des Berufs benötigt man eine abgeschlossene Berufsausbildung zum/zur Altenpfleger/in. Hierzu muss eine bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung zum Staatlich anerkannten Altenpfleger/in an Berufsfachschulen für Pflegeberufe absolviert werden, die 3 Jahre dauert und mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen wird. 

Altenpflegehelfer/-in

Altenpflegehelfer/-innen unterstützen Altenpfleger/-innen bei der Betreuung und Pflege älterer, hilfsbedürftiger Menschen. Sie helfen älteren Menschen beispielsweise bei der Körperpflege und beim Essen, verabreichen (nach ärztlicher Anordnung) Medikamente, begleiten Pflegebedürftige im Alltag zu Terminen wie Arztbesuchen oder unterstützen andere Pflegefachkräfte beim Organisieren von Freizeitbeschäftigungen für ältere Menschen. Typische Einrichtungen, in denen Altenpflegehelferinnen und -helfer arbeiten, sind Altenwohn- und Altenpflegeheime, geriatrische und gerontopsychiatrische Abteilungen von Krankenhäusern, Tageseinrichtungen für Senioren, Sozialstationen, Hospizen, Pflege- und Rehabilitationskliniken und Privathaushalte. In der Schweiz arbeiten sie unter der Berufsbezeichnung „Assistent/-in Gesundheit und Soziales“.

Die Ausbildung zum Staatlich anerkannten Altenpflegehelfer/zur Altenpflegehelferin ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, dauert 1 bis 2 Jahre und kann an Berufsfachschulen für Pflegeberufe absolviert werden. Der Abschluss berechtigt auch zur Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin.

Weiterbildungsberufe in der Altenpflege

  • Altentherapeut
  • Fachaltenpfleger/-in
    •  klinische Geriatrie/Rehabilitation
    • Onkologie
    • Psychiatrie
    • Palliativ- und Hospizpflege
  • Fachberater Altenhilfe

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Die Gesundheits- und Krankenpflege

Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

Die Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger/-in“ löste 2004 die früheren Bezeichnungen Krankenschwester/Krankenpfleger ab und spiegelt die Weiterentwicklung dieses Berufsbilds wider. Zu den Aufgaben der Gesundheits- und Krankenpfleger/-in gehören die pflegerische und hygienische Versorgung von Patienten, die Betreuung von Patienten und ihren Angehörigen und die Krankenbeobachtung. Je nach Arbeitsplatz führen sie unterschiedliche medizinische Maßnahmen (nach ärztlicher Veranlassung) durch, z. B. assistieren Sie bei Untersuchungen und Behandlungen oder bereiten einen ärztlichen Eingriff vor. Sehr wichtig ist auch die Dokumentation und Evaluation der Patientendaten und der pflegerischen Tätigkeiten. Die Dokumentation nimmt zwar viel Zeit ein, fügt dem Berufsbild jedoch auch eine technische Komponente hinzu, da man mit unterschiedlichen Kommunikationssystemen, Computern, Tablets etc. umgehen muss. Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen werden in Krankenhäusern, Gesundheitszentren, Arztpraxen, Behindertenwohn-, Altenwohn- und Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten und in Einrichtungen der Kurzzeitpflege beschäftigt. In der Schweiz werden sie „Pflegefachmann/-frau“ genannt.

Zur Ausübung des Berufs als Gesundheits- und Krankenpfleger/-in muss eine 3-jährigen Ausbildung an Berufsfachschulen für Pflegeberufe absolviert werden, die bundesweit einheitlich geregelt ist. Bei entsprechender Berufserfahrung kann die Ausbildungszeit u. U. verkürzt werden.

Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/-in

Gesundheits- und Krankenpflegerhelfer/-innen unterstützen Pflegefachkräfte bei der Versorgung und Pflege kranker Menschen, helfen bei Therapiemaßnahmen und erhalten die Sauberkeit und Hygiene der Einrichtung. Sie arbeiten in Krankenhäusern, Kliniken, Gesundheitszentren, Facharztpraxen, Altenwohn-, Behindertenwohn- und Pflegeheimen, in Kurzzeitpflegeeinrichtungen und in sozialen und ambulanten Pflegediensten. In Österreich heißt dieser Beruf „Pflegehelfer/-in“, in der Schweiz „Assistent/-in Gesundheit und Soziales“.

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/-in an einer Berufsfachschule dauert 1 bis 2 Jahre und wird landesrechtlich geregelt.

Pflegeassistent/-in

Fachkräfte für Pflegeassistenz leisten die Grundpflege für hilfs- und pflegebedürftige Menschen aller Art. Sie helfen kranken, älteren oder behinderten Menschen beispielsweise bei der Körperpflege, beim Essen oder beim Aus- und Ankleiden. Außerdem übernehmen Sie die hauswirtschaftliche und soziale Betreuung ihrer Patienten und deren Angehörigen. Anstellung können Pflegeassistentinnen und -assistenten in Krankenhäusern, Altenwohn- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, bei ambulanten Pflegediensten, bei kirchlichen/sozialen Diensten und in Privathaushalten finden.

Diesen Beruf erlernt man in einer 2–3-jährigen schulischen Ausbildung an einer Berufsfachschule für Pflegeberufe.

Weiterbildungsberufe in der Gesundheits- und Krankenpflege

  • Ambulante/-r Pfleger/-in
  • Fachkrankenpfleger/-in
    • Notfallpflege
    • Hygiene
    • Intensivpflege/Anästhesie
    • Klinische Geriatrie
    • Nephrologie
    • Onkologie
  • und weitere klinische Bereiche

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Die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in

Zu den Aufgaben von Gesundheits- und Kinderkrankenpflegern/-innen gehören die Pflege kranker oder pflegebedürftiger Säuglinge, Kinder und Jugendlicher sowie die Betreuung ihrer jungen Patienten und der Angehörigen. Beispielsweise waschen Sie kranke Kinder, wickeln Babys, trösten oder motivieren zum Spielen. Außerdem assistieren sie bei medizinischen Behandlungen und Untersuchungen, führen ärztlich veranlasste medizinische Maßnahmen wie etwa die Medikamentenvergabe durch und dokumentieren und evaluieren die Patientendaten und die pflegerischen Tätigkeiten. Typische Einrichtungen, in denen sie Beschäftigung finden, sind die pädiatrischen Abteilungen von Krankenhäusern, in Kinderkliniken, Kinderheimen, Kinderarztpraxen und in ambulanten Pflegeeinrichtungen. In Österreich gilt die Berufsbezeichnung „Kinderkrankenpfleger/-in“, in der Schweiz heißt der Beruf „Pflegefachmann/-frau“.

Die schulische Ausbildung zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger dauert drei Jahre. Außerdem wird neben der abgeschlossenen Ausbildung auch ein erweitertes Führungszeugnis gefordert, da man in diesem Beruf mit Minderjährigen arbeitet.

Weiterbildungsberufe in der Kinderkrankenpflege

  • Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-in
  • Kinderpflegehelfer/-in
  • Fachkinderkrankenpfleger/-in
    • Notfallpflege
    • Hygiene
    • Intensivpflege/Anästhesie
    • Nephrologie
    • Onkologie
  • und weitere klinische Fachbereiche

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Die Heilerziehungspflege

Heilerziehungspfler/-in

In diesem Beruf stehen die Betreuung und die pädagogische, lebenspraktische und pflegerische Unterstützung von Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt. Sie helfen den ihnen anvertrauten Menschen stationär oder ambulant bei der Bewältigung des Alltags, stärken ihre Eigenständigkeit und ihre Fähigkeit zu einem selbstständigen Leben und fördern die persönliche und soziale Entwicklung sowie die schulische und berufliche Eingliederung. Heilerziehungspfleger/-innen kommen in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, wie etwa Tagesstätten, Wohnheime und Pflegeheime sowie in ambulanten sozialen Diensten, in Förderschulen und Kindergärten und in Vorsorge- und Rehabilitationskliniken zum Einsatz.

Die schulische Ausbildung zum Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger/in dauert 2 bis 3 Jahre und ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Wenn man mit Minderjährigen arbeitet, wird außerdem ein erweitertes Führungszeugnis verlangt.

Heilerziehungspflegehelfer/-in

Heilerziehungspflegehelfer/-innen helfen Heilerziehungspfleger/-innen dabei, Menschen mit Behinderung zu pflegen, zu betreuen und zu fördern. Sie helfen bei der Grundpflege, begleiten die ihnen anvertrauten Menschen im Alltag, z. B. bei Behördengängen oder zur Arbeit, und übernehmen hauswirtschaftliche Aufgaben. Außerdem organisieren Sie passende Freizeitaktivitäten und führen therapeutische Maßnahmen, beispielsweise im Bereich der Arbeitstherapie, durch. Mögliche Arbeitsorte sind Tagesstätten, Wohnheime oder Pflegeheime für Menschen mit Behinderung, Vorsorge und Rehabilitationskliniken, Kindergärten sowie ambulante soziale Dienste.

An Berufsfachschulen kann man eine 1–2 Jahre dauernde, landesrechtlich geregelte Ausbildung zum/zur Heilerziehungspflegehelfer/-in absolvieren.

Weiterbildungsberufe in der Heilerziehungspflege

  • Arbeitstherapeut/-in
  • Fachkraft für
    • Arbeits- und Berufsförderung
    • Blinden- und Sehbehindertenrehabilitation
  • Heilpädagoge/-in
  • Heilerziehungspfleger/-in – Psychiatrie
  • Pädagogisch-therapeutischer Konduktor/-in
  • Schulbegleiter/-in
  • Sonderpädagoge/-in

Weiterführende Links

Berufsverband Heilerziehungspflege e. V.

Berufenet: Heilerziehungspfelger/-in


 

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Weitere Berufe in der Pflege

Physician Assistant, Medizinische/-r Assistent/-in 

In Deutschland ist der Physician Assistant (PA) ein noch relativ neuer Beruf, der erste Studiengang startete 2005. Besonders in englischsprachigen Ländern ist er jedoch schon seit vielen Jahren ein etablierter Gesundheitsberuf. Streng genommen ist der PA ein medizinischer und kein pflegerischer Beruf, da er keine rein pflegerischen Aufgaben ausführt und im Krankenhaus dem ärztlichen Dienst zugeordnet wird. Jedoch bietet er für viele Pflegefachkräfte eine attraktive Möglichkeit, ihr berufliches Tätigkeitsfeld zu erweitern. An den PA kann ein Arzt ärztliche Aufgaben delegieren, die nicht zu den Kerntätigkeiten eines Arztes, wie die Diagnosestellung und Therapieentscheidung, gehören. Es ist zwar schon seit langem gelebte Praxis, dass Ärzte bestimmte Tätigkeiten an Pflegefachkräfte delegieren, doch sind für viele delegierbaren Aufgaben tiefere medizinische Kenntnisse nötig. Somit schließt der PA eine Lücke zwischen der ärztlichen und der pflegerischen Ebene.

Der Bachelorstudiengang zum Physician Assistant steht Menschen mit der Fachhochschulreife, mit einem als gleichwertig anerkanntem Zeugnis oder mit entsprechender beruflicher Qualifizierung offen. Je nach Hochschule wird beispielsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Pflege verlangt. Das dies kein unüblicher Weg zum PA ist, zeigt die Statistik des ersten Bachelor-Studiengangs 2005 an der Steinbeis Hochschule Berlin: Von zwölf Studienanfängern hatten zehn eine Berufsausbildung in der Pflege. 

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Hebamme/Entbindungspfleger

Im Mittelpunkt der Arbeit von Hebammen und Entbindungspflegern steht die ganzheitliche Betreuung von Frauen und ihren Familien während einer Schwangerschaft und bei sowie nach der Geburt. Sie beraten werdende Mütter und ihre Angehörigen bei allen Aspekten der Schwangerschaft, helfen bei Beschwerden, bieten Geburtsvorbereitung, führen Vorsorge-Untersuchungen durch, überwachen Risikoschwangerschaften, assistieren Ärzten bei der Geburtshilfe und entbinden. Nach der Geburt beraten Sie zu Themen wie Säuglingspflege, Stillen, Wochenbett und Rückbildung.

Hebammen können selbstständig oder angestellt in Hebammenpraxen, Geburtshäusern, den Geburtshilfe-Abteilungen von Krankenhäusern und bei Hausgeburten auch ambulant tätig sein. 

Sonstige Pflegeberufe

  • Anästhesietechnische/-r Assistent/-in
  • Haus- und Familienpfleger/-in
  • Betreuungskraft, Alltagsbegleiter/-in
  • Sozialassistent/-in
  • Sozialpädagogische/-r Assistent/-in, Kinderpfleger/-in
  • Pflege(dienst)leiter/-in
  • Pflegemanager/-in, Pflegewissenschaftler/-in